Heute vor genau vier Jahren brach in Japan die Dreifachkatastrophe aus. Der Grund hierfür war das Tōhoku-Erdbeben, das selbst zur Dreifachkatastrophe gehört. Doch was haben Japan und die Welt aus diesem schrecklichen Ereignis gelernt?

Am 11. März 2011 um 14:46 Uhr (06:46 Uhr MEZ) begann ein großes Seebeben vor der Sanriku-Küste der japanischen Region Tōhoku, der das Beben seinen Namen verdankt. Dieses Seebeben ließ nicht nur ganze Städte in Japan erschüttern, es erzeugte auch zwei weitere Katastrophen, die das Land zeichnen würden. Mit einer Stärke von 9 auf der Momenten-Magnituden-Skala, die einen Höchstwert von 10,6 hat, löste dieses Seebeben einen 10 Meter hohen Tsunami aus und Zerstörungen an mehreren Kernkraftwerken in Ostjapan.

Durch diese Dreifachkatastrophe, die vom Schrecken her mit dem Sturz der Twin-Tower in den USA am 11.09. 2001 gleichzusetzen ist, wurden 18.537 Menschen als tot gemeldet, von denen 2.654 noch nicht gefunden worden sind. Weiterhin mussten mehr als 470.000 Menschen in Notunterkünfte, da 375.000 Gebäude vollständig oder teilweise eingestürzt sind. Auch heute noch wird wiederaufgebaut und Zehntausende leben weiterhin in Behelfsunterkünften.

Japan-fukushima

Der bekannteste Schrecken dieser Dreifachkatastrophe ist die Zerstörung des Fukushima-Daiichi, die in Deutschland eher als Fukushima-Katastrophe bekannt wurde. Dabei kam es in den Blöcken 1–3 zu Kernschmelzen, bei denenes zum Austritt von radioaktivem Material kam. Die Entsorgungsarbeiten dort sollen laut Experten 30 bis 40 Jahre dauern. Einige Länder gaben danach ihre Kernenergieprogramme auf, darunter auch Japan. Doch nach Protesten der Wirtschaft, schränkte Japan die Loslösung von dieser Energiequelle ein.

Nach dieser Katastrophenserie gab die Welt eine Menge humanitäre Hilfe. Doch es fand auch ein Umdenken statt. Die leichte Zerstörbarkeit einer Nation hat den Gedanken von mehr Sicherheit erzeugt. Der Blick zu anderen Ressourcen wie Wind- oder Solarenergie wurde dringlicher. Deutschland gab so die Atomkraft auf, ließ dabei aber erst einmal nur die ältesten Atommeiler abschalten. Der Übergang zu regenerativen Energien kann immerhin nicht sofort geschehen.

Auch Japan hat die Atomkraft verbannt und dann wieder doch nicht. Vielmehr werden Maßnahmen ergriffen, um weitere Tsunamis aufzuhalten. Auch der Bau erdbebensicherer Häuser wurde vorangetrieben. Die Atomkraft wird vom neuen japanischen Präsidenten Shinzo Abe jedoch wieder positiver gesehen. Gründe sind zum Beispiel die Jahrzehnten schwache Wirtschaft des Landes, die ohne Atomkraft weiter abrutschen würde.

Auch die Sicherheitsstandards von Atommeilern wurde weltweit verschärft. Also statt der Beendigung der riskanten Energiequelle will man sich vor zukünftigen Naturgewalten einfach besser schützen. Ob diese Taktik Erfolg hat, wird sich in der Zukunft zeigen. Auch warten einige Länder die Ergebnisse des Umbaus in Deutschland ab. Sehen also Deutschlands Energiewandel als Versuchskaninchen an, um Erfolg und Misserfolg abzuwägen. Andere Länder wie Norwegen dagegen nutzen schon seit langem Quellen wie Wasserkraft. Norwegens Energie wird zu 98% aus Wasserkraft gewonnen. Dies ist auch der geografischen Lage zu verdanken.

Die Welt hat also einige Schlüsse aus dieser noch nachwirkenden Katastrophe gezogen und Vorbereitungen für die Zukunft getroffen. Doch befinden wir uns in einem Umbruch, der für alle Länder Neuland ist und somit erst erforscht werden muss. Ob die Atomkraft jemals komplett abgeschafft wird, lässt sich nicht sagen, doch wird die Abhängigkeit verringert.

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QUELLEdiverse (Wikipedia usw.)
Ehemals studierte ich Japanologie und Sinologie in Frankfurt. Mittlerweile bin ich im (Online-)Marketing international aktiv und leite den Japan-Bereich der EpicCon (epiccon.de). Japaniac startete als Hobby, um meine Zuneigung zur japanischen Kultur auszuleben. Dabei werde ich von Gleichgesinnten unterstützt!

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