„Nihon no shokuba”, der japanische Arbeitsplatz, war nie für seine Freundlichkeit bekannt, aber in letzter Zeit ist das Urteil vieler „joseishain”, weibliche Angestellte, dass die Arbeitsbedingungen im Gegensatz zu früher viel besser sind.

Der Grund hierfür? Viele Unternehmen erzwingen jetzt die Regeleinhaltung der männlichen Angestellten in Bezug auf die drei größten Belästigungen. Der sexuellen Belästigung, die Belästigung von Schwangeren und die Machtausnutzung.

Männern wird nun untersagt, Frauen welche über 28 Jahre alt sind, zu fragen, ob sie nicht langsam mal heiraten wollen. Zumindest in der Öffentlichkeit ist dies nun untersagt.

Diese und ähnliche Aussagen waren in Japans bis zu den späten Neunzigern Standard. Jedoch werden Männer, die solches noch sagen als „ahnungslose Person” oder schlicht und einfach als „baka”, also „dumm” bezeichnet.

Weibliche Angestellte können jetzt sogar bis zu ihrem 40sten Lebensjahr ungehindert arbeiten und Firmenleiterinnen werden. Genauso wie ihre männlichen Kollegen schon seit langem!

Das Gesetz für die Chancengleichheit wurde 1986 in Bewegung gesetzt, sodas man sagen kann, dass Frauen in der nach wie vor patriachalischen Gesellschaft Japans mittlerweile einen höheren Stellenwert eingenommen haben.

Frauen sollten also nicht länger Opfer der Aussagen von männlichen Angestellten sein. Im Gegenzug können nun aber auch männliche Angestellte bei jeder noch so harmlosen oder gut gemeinten Berührung beschuldigt werden. Beispielsweise reicht ein Tätscheln auf den Rücken bei ihren weiblichen Arbeitgeberinnen, was dann als sexuellen Belästigung gelten kann. Deswegen sollten sowohl Männer als auch Frauen am Arbeitsplatz auf überflüssigen Körperkontakt verzichten, da dies zu Missverständinissen führen kann.

Frauen dürfen dahingehend aber Männer auch nicht grundlos auf einen Kaffee einladen. Dies ist auch eine Form der sexuellen Belästigung und eine steigende Anzahl an weiblicher Chefs haben Alkohol-Belästigung praktiziert. Das zählt auch als ein riesiges No-No.

Eine Person namens Keiko, die eine Mid-Level-Managerin einer großen Elektronik Manufaktur ist, sagt folgendes aus:

Bei der letzten Besprechung mit ihren weiblichen Chefs wurde gesagt, sie sollte den Arbeitsplatz als eine gehobene Hotel-Lobby sehen. Das bedeutet gerades Sitzen, kein lautes Sprechen, kein peinliches Verhalten oder billige Schuhe. Des Weiteren sollen sich alle Gespräche mit männlichen Untertanen auf die Arbeit beschränken.

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Keiko sagt, der Umgang mit Männer ist recht einfach. Viel schwieriger ist dagegen der Umgang mit Frauen oder Kolleginnen. Das liegt daran, dass diese mit denselben Dingen im Leben konfrontiert sind wie zum Beispiel die Heirat oder die Schwangerschaft

Keiko selbst musste soetwas durchmachen und beschreibt sich nun als eine glückliche Geschiedene. In Schwierigkeiten geriet Keiko eher bei weiblichen Kolleginnen, die versuchen eine Balance zwischen Arbeit und Leben zu finden oder gerade erst schwanger wurden.

Geht es noch schlimmer?

Definitiv ja. Fragen zu stellen, wie die Ehe einer Frau verläuft sind auch ein no-go. Dies kann als Zeichen der Belästigung gesehen werden, egal ob die Frage nur aus reinem Interesse gestellt wird.

Fragen ob oder wann es zu einer Schwangerschaft kommen soll, sind ebenfalls unangebracht. Selbst die eigenen Schwiegermütter nehmen sich vor dieser in Acht.

Auch Handlungen schwangeren Frauen gegenüber, die gutgesinnt sind, können negativ gewertet werden. Einer schwangeren Frau kurz vor dem Mutterschaftsurlaub anzubieten ihr Arbeit zur Entlastung abzunehmen, kann als Mutterschaftsbelästigung gesehen werden.

Keiko hat mit der Zeit sogar verlernt wie man eine lässige Konversation mit ihren Freundinnen führt, die nichts mit der Arbeit zu tun haben.

Weibliche Chefs müssen ab sofort vorsichtiger sein, nachdem ein ehemaliger Sekretär des damaligen Partei-Gesetzgebers Mayuko Toyota mit einer Aufzeichnung, in der er beschimpft wurde gegen Ende Juni an die Presse gegangen ist.

Das Ganze war ein Paradefall über die moralische Belästigung mit bösartigen Angriffen auf die Persönlichkeit des Mannes, die Arbeitsgewohnheiten und sogar auf die Wahl der Kleidung.

Offenbar ist die Befolgung der Regeln, aber noch lange nicht da wo sie sein sollte.

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QUELLEJapantimes
Stellvertretender Chefredakteur bei Japaniac. Zuständig für Gewinnspiele oder andere Specials. In meiner Freizeit habe ich nichts gegen eine entspannte Runde an der Konsole. Leidenschaftlicher Anime-Fan und nerdiger Otaku seit mehreren Jahren.

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Stephanie Lange
Gast
Stephanie Lange

Aaaaalles klar…. Äh ja… was ist denn da alles keine Belästigung?

Evi Sommer
Gast
Evi Sommer

Kein Wunder das es immer mehr Singles in Japan gibt Oo

Christina Wink
Gast
Christina Wink

Aaaalles klar.