Anime und Manga lieben ihre Enden. Die Situation wird immer knapper, die Handlung spitzt sich zu. Doch wie bringt man eine Serie zu Ende, ohne in Missgunst zu fallen? Und in welches Fettnäpfchen treten Regisseure gerne?

24 Folgen á 25 Minuten – Die Spannung steigt nicht zuletzt von Folge zu Folge. Der Erfolg des Anime oder Manga hängt am seidenen Faden. Besonders kurz vor Ende. Entscheidend, ob die Serie in den Köpfen hängen bleibt oder abgestempelt wird, hängen die letzten Episoden ihren Schatten über das Werk. Jetzt bloß keinen Fehler machen in der Regie.

Oder so zumindest geht es vielen leitenden Gestalten in Film und Fernsehen. Die Kunst, eine Serie geschmackvoll über die Runden zu bringen ist hoch angesehen. Die letzte Folge ist mindestens so entscheidend wie die Erste. Verständlich – So werden in der letzten Folge (fast) alle Handlungsstränge noch einmal gebündelt, Intrigen aufgelöst und Feindschaften ausgefochten. Behandelt man diesen Teil nachsichtig, kommt Missgunst bei Fans auf.

Der Protagonist im Serienfinale

Verständlicherweise legen Produzenten ebenso viel Aufmerksamkeit in die letzten Episoden. Zum einen will man die Freunde der Serie nicht verlieren, zum anderen aber auch sein eigenes Werk gekonnt vollenden. Doch gerade in Anime und Manga schleicht sich dort ein Element ein, was fehlplatzierter oftmals nicht sein kann: Der Heldentod.

Versteh mich nicht falsch, gekonnt eingesetzt, versetzt uns dieses Mittel in Achtung vor dem Protagonisten, welcher schillernd in sein sicheres Verderben schreitet. Aber auch kann es ein Spannungsgefüge herunterfahren, welches lange aufgebaut wurde. Dadurch erhebt sich der Held, beziehungsweise auch manchmal Antiheld, auf eine neue, bedeutungsvollere Ebene. Ein schönes Beispiel ist hier „Death Note“. Der Kampf auf Leben und Tod, in dem um das Recht zu richten gefochten wird, muss einfach mit dem Fall einer Partei zu Ende gehen. Happy End ausgeschlossen.

Aber immer wieder versuchen sich Serien, welche eigentlich wie gemacht für dieses „Happy End“ sind, Hauptcharakteren durch deren Tod mehr Tiefe zu geben. Das dieser nichts mit der Handlung zu tun hat, scheint egal. Wer weiß, vielleicht will man einfach nur Logiklücken vermeiden, bleibt deshalb auf dieser Mischung zwischen Verlust und Gewinn des Protagonisten.

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Die Logik der Unlogik

Dabei sind es aber meist Serien, in denen Logiklücken während des Endkampfes bereits jede Realität zerschlugen. Und das macht nichts: Serien sollen nicht wasserdicht sein. Dann wären ARD-Krimis schon zu verrückt und wir dürften uns täglich Schwarzbild anschauen.

Um zu konkretisieren: Nehmen wir Gurren Lagann. Eine Serie über das Bohren, Spiralkraft und so weiter. Wer die Serie gesehen hat, weiß, was gemeint ist. Den anderen spoilern wir lieber nicht mehr als nötig. Und so sieht man am Ende jenes Muster, welches oben beschrieben wird.

So wird ohne jeden Kontext ein Hauptcharakter, in diesem Fall Nia, nach dem Hauptgeschehen getötet. Man könnte jetzt behaupten, dass dies nur geschehen ist, um den Wert des Lebens zu betonen. Um unserem Protagonisten dann doch noch einen Schicksalsschlag zu verpassen, damit er als „gefallener Held“ dargestellt werden kann. Vielleicht auch nur, um Nia als tapfer darzustellen. Aber am Ende ist man nur überrascht. Kein positives Überraschen verbunden mit Achtung und Trauer, sondern ein schlechtes, welches nur Verwirrung auslöst.

Nun will ich nicht zu streng sein, Gurren Lagann ist eine gute Serie und vielen hat das Ende bestimmt auch gefallen. Doch betrachtet man nüchtern die Situation, war es einfach nur eine schlechte Entscheidung der Regie. So ehrt es nicht Nia, sondern verspottet sie mehr. Die Liste mit Anime ist lang, in denen das Ende ähnlich abläuft. Dazu gibt es auch Serien, in denen Protagonisten mitten in der Serie sinnlos und dumm sterben. Doch würde dieser Artikel ins Endlose laufen, wenn ich diese Situation auch thematisieren.

Unser Fazit

Was ich dir zeigen wollte, ist einfach nur, dass in Anime und Manga nicht alles Gold ist. Dieser Artikel ist sehr meinungsorientiert, deshalb würde mich deine Meinung zu diesem Thema interessieren. Vielleicht hast du eine ganz andere Vorstellung von der Thematik oder du hast noch andere Dinge, die dir in Anime aufgefallen sind. Dann schreibe sie doch einfach! Diskussionen sind immer gut.

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Torben Hansen
Gast
Torben Hansen

Lieber ein Abschluss als +7 Staffeln, +150 Folgen und davon ewige Filler und Bösewichte die lächerlich stark werden wie bei db, one Piece, bleach usw usw… Dann lieber 1-5 Staffeln mit einem ende.