Die 64. Berlinale enden an diesem Sonntag. Dieses Jahr gab es bei der Preisverleihung einige Überraschungen, die den bald verliehenen Oscar fast vergessen lassen. Eine davon war die Gewinnerin des silbernen Bären als beste Darstellerin. Haru Kuroki bekam die Auszeichnung für ihre Rolle im japanischen Drama Chiisai Ouchi (=kleines Haus) als Hausmaid Taki Nunomiya. Da der Film erst am 25. Januar in die japanischen Kinos kam, war die Verleihung eine recht große Überraschung.

Als Regisseur machte sich Yoji Yamada für das 136 Minuten dauernde Drama verdient, der in seiner 50-jährigen Karriere zum ersten Mal einen Film über eine Romanze leitete. Ursprünglich stammt die Geschichte aus der ebenfalls ausgezeichneten Novelle aus dem Jahr 2010 von Kyoko Nakajima. Die 23 Jahre alte Haru Kuroki ist in Europa noch unbekannt. Fans des Films Wolf Children kennen sie höchstens als Originalstimme von Yuki.

Worum geht es in Chiisai Ouchi?

Nach dem Tod der unverheirateten, kinderlosen Taki findet Takeshi, ein junger Mann aus ihrer Verwandtschaft, einige eng beschriebene Blätter, auf denen die alte Frau ihre Erinnerungen festgehalten hat. Auf diese Weise erfährt er von ihrer Jugend als Haus- und Kindermädchen bei Familie Hirai in einer kleinen Villa mit rotem Giebeldach in Tokio.
Während Hausherr Masaki, Abteilungsleiter in einer Spielzeugfabrik, davon träumt, dass im Zuge der japanischen Eroberungspolitik der frühen Vierzigerjahre auch seine Firma expandieren könnte, verliebt sich seine Frau Tokiko in seinen jungen Kollegen, den Kunstschulabsolventen Shoji, den sie heimlich besucht. Ihr Hausmädchen bleibt ihr gegenüber loyal und kümmert sich weiterhin pflichtbewusst um sie und ihre Familie. Doch es bekommt von der heimlichen Liebesaffäre immer mehr mit und muss schließlich eine herzzerreißende Entscheidung fällen.
Zärtlich und psychologisch subtil skizziert Yoji Yamada die Gefühlswelten der Figuren und umreißt zugleich den historischen Kontext der Geschichte. Das Spiel um verborgene Leidenschaften entwickelt sich vor dem Hintergrund der japanischen Politik und Gesellschaft vor und während des Zweiten Weltkriegs.

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QUELLEBERLINALE/ASIANWIKI
Ehemals studierte ich Japanologie und Sinologie in Frankfurt. Mittlerweile bin ich im (Online-)Marketing international aktiv und leite den Japan-Bereich der EpicCon (epiccon.de). Japaniac startete als Hobby, um meine Zuneigung zur japanischen Kultur auszuleben. Dabei werde ich von Gleichgesinnten unterstützt!
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