Bento – Mehr als nur Pausenbrot

Die Japaner arbeiten ja bekanntlich sehr gewissenhaft und fleißig. Da macht man auf der Arbeit nicht unbedingt eine Mittagspause auswärts, sondern bringt sich sein Essen mit. Klingt erstmal öde – Das muss es aber nicht sein!

So mancher glückliche Japaner bekommt von seiner Ehefrau für die Mittagspause ein hausgemachtes BENTO – ein Paket mit leckerem, abwechslungsreichem Essen. Wer es nicht gemacht bekommt oder selbst zubereitet, kauft sich oft eines im Conbini, dem Supermarkt.

Was genau ist denn nun ein Bento? Ein Bento besteht aus einem bestimmten Verhältnis an Lebensmitteln: den größten Anteil nimmt die Sättigungsbeilage ein, meist Reis (in den verschiedensten Zubereitungsarten), aber auch Nudel- oder Kartoffelprodukte, sogar Brot kommen vor. Hinzu kommt Fleisch oder Fisch (oder eine vegetarische Eiweißquelle), Gemüse und eventuell etwas Süßes. Diese Zutaten werden möglichst appetitlich angerichtet, sodass es sowohl praktisch ist (trennen, was sich nicht mischen soll), als auch ein kleines, essbares Kunstwerk. Für das klassische japanische Bento gibt es zudem je nach Quelle und Anspruch besondere Regeln, was die Farbzusammenstellung und die Geschmacksrichtungen (süß, sauer, salzig, bitter, umami) angeht.

sake-bento / deviantart

Was für Essen ist geeignet? Ein Bento soll den (Arbeits-) Tag erleichtern, keinen neuen Stress machen. Daher besteht es zumeist aus mehreren kleinen Gerichten, die entweder morgens sehr schnell und leicht zubereitet werden können (Omelette, angebratenes Gemüse oder Fleisch, Onigiri), oder die im Vorhinein zubereitet werden können (eingelegtes Gemüse, Reste des Essens vom Vortag). Das Essen sollte auch kalt lecker sein, Soßen in kleine Behälter gefüllt werden. Es gibt auch extra dichte Behälter für Suppen!

Womit wir beim Zubehör wären. In Deutschland kann man sich vor allem über Onlinehändler alles bestellen, was das Herz begehrt: Bentoboxen natürlich (die es in vielen Preisklassen und Varianten gibt, von der künstlerisch lackierten Holzschachtel bis hin zur Plastikbox in mannigfaltigen Manga-Designs), Soßenbehälter, Bücher mit Rezepten, und ganz viele Hilfsmittel zum Dekorieren und Ausstanzen, um zum Beispiel aus einem schlichten Reisbällchen mithilfe eines Noriblattes einen Panda zu machen.

Was die Dekoration angeht, sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Man kann klassisch bleiben und das Essen rein ästhetisch anordnen, zur Jahreszeit oder zu Anlässen passende Themen finden, oder, was dem Bento entstammt, dass Mütter ihren Kindern in den Kindergarten oder in die Schule mitgeben, bunte Fantasiewelten erschaffen, Tiere oder Dinge aus Animes oder Spielen abbilden. Im Internet findet man dazu Millionen an Bildern von echten Kunstwerken und es gibt zu den Themen auch Bento-Wettbewerbe.

Also, durchsucht die Weiten den Internets nach Rezepten und Videos zu den Bentos, die euch gefallen, probiert sie aus, und ihr werdet bestimmt das kreativste und leckerste Pausenbrot von allen haben! Übrigens gilt das Verschenken des selbstgemachten Bentos an den Schwarm (ob senpai oder nicht) als großer Liebesbeweis und wird ihn oder sie auf jeden Fall beeindrucken! 😉

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