Mangaka sind die Künstler aus Japan. Mangas sind  schon lange keine rein von Japanern dominierte Stilrichtung mehr. Im Zuge der Etablierung und des Wachstums der Szene im deutschsprachigen Raum erscheinen auch immer mehr Zeichner und Künstler aus Österreich, die sich dem Mangastil verschrieben haben.

Mangaka auf Animexx und DeviantArt

Dank Facebook verschaffen sich viele schnell ihre eigene kleine Fanbase, die ihnen das nötige Feedback und die Motivation verleiht, nicht aufzugeben, weiterzumachen und den Traum als Mangaka zu verfolgen.

Lange davor gab es jedoch schon solche Seiten. Die berühmtesten davon dürften wohl Animexx und DeviantArt sein. Nun sind diese zwar nicht schlecht und wurden auch regelmäßig von der Szene besucht, aber erst der erleichterte Zugriff und die erhöhte Vernetzung von Facebook ermöglichte es vielen Zeichnern, ihre Werke noch breitenwirksamer zu verbreiten.

Künstlerischer Narzissmus?

Natürlich gibt es viele kritische Stimmen, die laut werden und sich skeptisch und spöttisch gegenüber vielen „sich selbst ernannten“ Künstlern zeigen. Tagein tagaus werden Bilder gepostet, nur um den Fans etwas zu zeigen und um sich an den Kommentaren zu ergötzen.

Durchaus mag es sein, dass etliche dabei sind, die sich noch im Anfangsstadium ihrer Zeichnerkarriere befinden und noch das nötige Talent für die Materie sammeln müssen. Aber warum diese schon im Keim ihres Aufstrebens ersticken?

Ist es hingegen nicht viel schöner, diese Leute auf dem Weg ihrer Verbesserung zu verfolgen, zu unterstützen und Teil ihres möglichen Erfolges zu werden? Viele verfolgen nicht ihren künstlerischen Narzissmus, sondern suchen oder brauchen vielleicht einfach nur einen kleinen Ansporn zum Weitermachen.

Bereits in der einfachen Form von ein paar freundlichen Worten, netten Smileys oder witzigen Memes seitens von jedem von uns, können wir damit eine enorme Kraft in Bewegung setzen. Eine Energie, die dem Künstler hilft, seine geistigen Barrieren zu zersprengen.

Im Endeffekt geht es nur ums Geld?

Wer von euch liebt seine Arbeit? Hand hoch! Sicherlich finden wir einige davon unter uns. Würdet ihr auf euren Lohn verzichten? Sicher nicht!

Fakt ist, dass Zeichnen für viele immer noch den Status „Hobby“ hat. Manche haben sich aber der Kunst verschrieben, betreiben diese mit Leidenschaft und legen ihr gesamtes Herzblut in ihre Werke. Wie ungemein muss es diese Menschen freuen, wenn sie ihre Passion zum Beruf machen könnten. Ist das nicht der Traum von jedem von uns?

Wenn ich Mangas kaufe, fahre ich zum nächsten Buchhandel, suche meinen Wunschtitel, gehe zur Kasse, bezahle und verlasse in freudiger Erwartung auf die Fortsetzung der Handlung (des Mangas) wieder den Laden.

Diese Freude ist aber nicht mal annähernd gleichzusetzen mit dem Gefühl, das mich überkommt, wenn ich in die strahlenden und glücklichen Augen eines „kleinen“ Mangakas blicke, nachdem ich gerade einen Button, ein Sketchbook, ein Bild, etc…. bei seinem/ihrem Stand auf einer Convention (den sie sich sicherlich hart erarbeitet haben) abgekauft habe und dazu noch ein paar lobende Worte verliere.

In manchen Fällen hat man nicht nur einen kleinen Merchandise-Artikel seiner Sammlung hinzugefügt, sondern ist sogar um einen Freund reicher geworden! Dieser Bezug zu solchen Künstlern bereichert einen doch ungemein, oder nicht? Ist dann der kleine Button, das schön gestaltete Sketchbook, das liebevoll gemalte Bild nicht noch viel mehr wert als der reine Eurobetrag?

Ankündigung

Aufgrund all dieser Erläuterungen will ich nun im Zuge meines Daseins als „Schreiber“ diesen Jungtalenten meinen Respekt zollen, sie fördern und ihnen durch eine kleine Kolumne hoffentlich mehr Gehör und die Aufmerksamkeit ermöglichen, die sie verdienen.

Ich habe vor, viele, viele Zeichner zu einem kleinen Interview heranzuziehen. Befrage sie ein wenig über ihr Leben, bitte sie, über ihre Zeichnungen zu sprechen, ergründe ihre Beweggründe, Zeichner zu werden und will etwas über ihre Träume erfahren.

Ich hoffe jetzt schon, dass meine Artikel Anklang bei euch finden werden und dass dadurch einige Mangaka von euch entdeckt werden, denen ihr in Zukunft treue und unterstützende Fans sein könnt.

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Taku
Gast
Taku

Sehr schöner Artikel 🙂 Schade, dass wir von FB als Zeichner solche Steine in den Weg gelegt bekommen, denn es IST schön schnell und gut vernetzt. Und immer noch der kleinste gemeinsame Nenner vieler, so hab ich immer noch nciht den Sprung auf Plattformen wie Instagramm oder tumblr geschafft, obwohl so viele danach rufen. Ich möchte noch einen Aspekt zu all dem hinzufügen: FREUNDSCHAFT! Im Ansatz wurde das schon so genannt, aber für mich ist das sogar DER große Faktor, der mir all die Motivation gibt, dabei zu bleiben. Ich habe in den letzten Jahren, seit ich aktiv als Zeichnerin… Weiterlesen »

Nessa
Gast
Nessa

Gute Idee, ich lese allerdings daraus, dass wir, die wir nur auf Animexx und dA aktiv sind, hinten rausfallen?

Niloo
Gast
Niloo

Ein sehr liebevoll geschriebener Artikel! 😀 Ich denke aber, ein Zeichner ist dann wirklich auch professionell, wenn er sich von gewisser Skepsis nicht mehr beeindrucken lässt. In dem Punkt werde ich persönlich das Gefühl nicht ganz los, dass die Szene noch sehr jung und doch etwas unbeholfen ist. Den eines sollte man wissen; man wird nie so professionell sein, dass diese Stimmen völlig verstummen werden. Es ist immer wieder etwas schade zu sehen, wenn auf Kritik wie „Du zeichnest ja nur für die Likes“ oder „Wenn du das Zeichnen so sehr liebst, dann erwarte nicht auch noch, dass man dich… Weiterlesen »

Jack A Lynn
Gast
Jack A Lynn

Der Artikel ist nett und klingt auch utopisch und sollte auch so sein. Ist es aber nicht. Erstens finde ich es problematisch deviantART mit animexx gleichzusetzen, da der Manga/Anime Bereich bei DA nur einen Bruchteil darstellt, bei animexx aber zum größten Teil vertreten ist. Auch mit dem Geld verdienen sind wir nicht mehr in dem Zeitalter, wo wir uns zwischen Job und Hobby entscheiden müssen, denn durch Comissions und Patreon ist es vielen möglich davon zu leben (teilweise machen die Hobbyzeichner im Monat mehrere 10 000 (!) Dollar ohne ein Werk zu verkaufen. Wo ich nicht zustimmen kann ist die… Weiterlesen »

Pun Jules Kranz
Gast
Pun Jules Kranz

uuh als Zeichnerin finde den Artikel wirklich sehr schön geschrieben *-* Freu mich schon auf die Interviews der Künstler 🙂 Vielleicht erkennt man ja ein paar bekannte gesichter. ich persönlich verfolge viele Künstlereiten (Zurzeit habe ich rund 6k seiten geliked, wovon rund 100 vielleicht andere Kram ist, der Rest zeichner) und dabei ist es mir egal, wie gut man is. Schaue gern dabei zu, wie sich die Leute entwickeln. Hab schon einige Künstler gesehen, die von „Wenig erfahrung“ jetzt zu den „Großen“ gehören 😀 wenn man den Druck der Community aushält, kann man ruhig seine Seite eröffnen. Hab cih ja… Weiterlesen »

JD_Ayane
Gast
JD_Ayane

Als jemand, der mit Animexx und deviantArt künstlerisch aufgewachsen it, muss ich einige deutliche Unterschiede zu Facebook erwähnen, der auch mit ein Grund ist, warum sich die benannten alten Seiten so langsam sterben: Bei Facebook sind die Bilder sofort erreichbar (müssen also nicht, wie bei Animexx, erst einmal freigeschaltet werden, was lange dauern kann), man wird nicht von dem Angebot erschlagen (die Seite ist zumindest übersichtlicher, als deviantArt), man kann als Nutzer ganz genau entscheiden, welchen Künstlern man folgen will UND MAN KANN WIPs POSTEN! 😀 Gerade der letzte Punkt wird auf vielen Künstlerseiten eher vernachlässigt bzw. sind unfertige Bilder… Weiterlesen »

Lukas Prinz
Gast
Lukas Prinz

Wunderschöner Artikel in dem die pure Wahrheit steckt, seine Kunst zu veröffentlichen und die gehörige Anerkennung dafür zu ernten ist wohl der Traum eines jeden Zeichners. Aus dieser Anerkunnung eine kleine Fanbase aufzubauen, Freundschaften zu schließen und angespornt zu werden sind für mich aös Künstker belohnende Reaktionen für die oft Stundenlage Arbeit am Zeichenbrett.^^ Ich persönlich habe erst vor ein paar Tagen meine eigne Manga- Künstlerseite auf Facebook gestartet, habe allerdings die letzten Jahre über mit anderen Seiten schon Erfahrung gesammelt und kann sagen, auf Facebook war früher alles einfacher, Menschen mit Beiträgen zu erreichen ist dank der Werbungsvernarrtheit Facebooks… Weiterlesen »

byzumen
Gast
byzumen

Grandioser Beitrag. Genau das brauchen besonders die Anfänger unter den Künstlern. Ich finde es schade, dass denen weniger Aufmerksamkeit geschenkt wird wo gerade diese es noch dringender brauchen als jene die bereits eine gute Basis an Fans haben die ihnen gut zusprechen obwohl sie für Leihen schon als Profi erscheinen.