Heute haben wir uns die Frage gestellt, was für Verpackungsarten es überhaupt gibt. Welche wann, wo üblich sind und welche Verpackungsart die Beste ist.

Vielen Dank an Erik von KSM Anime, der unsere Fragen über sich hat ergehen lassen.

Japaniac: Verpackungsarten gibt es ja wie Sand am Meer, normale Amarays, Steelbooks, FuturePaks, Digipacks etc. Was würdest du sagen, ist davon wirklich die Crème de la Crème und auch funktionell das Beste?

Am Hochwertigsten sind auf jeden Fall die Metallverpackungen. Die stechen optisch und haptisch immer heraus. Welche von den beiden Varianten nun die beste Option ist, soll jeder für sich entscheiden. Steelbook war die erste Variante und hat sich etabliert, was aber nicht bedeutet, dass ein FuturePak billig ist. Es gibt bei beiden Produkten Vor- und Nachteile. Was uns am FuturePak gefällt, ist dass FuturePak momentan dabei sind viele Gimmicks zu entwickeln, die das Produkt wirklich weiterbringen werden. Ebenso sind auch kleinere Auflagen gut umsetzbar, was für den Anime-Markt unerlässlich sind.

Digipacks finde ich persönlich auch sehr schön, da man viele Möglichkeiten mit den Artworks hat. Bei einem 6-seitigen Digipack kann man z.B. wunderschöne Panoramas einsetzen (z.B. bei Tales of Zestiria).

Japaniac: Vor allem bei einigen eurer Titel findet man manchmal z.B. erst einen normalen Release (Amaray + Schuber in Volume 1) und dann später beispielsweise ein FuturePak (siehe NGNL). Wird die Verpackung, die die Erstveröffentlichung haben muss, oft vorgeschrieben?

Die Verpackung wird so gut wie gar nicht vorgeschrieben. Manchmal gibt es aber bei der ersten Materialanlieferung nur sehr wenig Auswahl, was schon einschränken kann. Im Falle von NGNL hatten wir noch gar nicht die Absicht irgendwann FuturePaks herauszubringen. Das hat sich erst später ergeben als wir mit Digimon angefangen haben.

Amaray im schicken Sammelschuber finde ich auch nicht schlecht, zumal für viele aus der Community ein Sammelschuber recht essentiell zu sein scheint. Dann war diese Limited Edition ausverkauft und dann kam eben das FuturePak, weil wir in der Zeit recht viele FuturePaks gemacht haben. Beides sind in meinen Augen schöne Sammlerprodukte.

Japaniac: Magst du einmal alle gängigen Verpackungsformen und ihre Vor- und Nachteile auflisten?
NameVorteileNachteile
Amaray- stabil
- günstig
nicht sehr auffällig
Digipack- schöne Gestaltungsmöglichkeiten
- hochwertig
Ecken können Schaden nehmen
MediabookSchöne Möglichkeit ein größeres Booklet einzubindenwenig Veredelungsmöglichkeiten
FuturePak- Schöne Optik und Haptik (Materialstärke ist dicker als Steelbook)
- weitere Veredelungsoptionen in Entwicklung (LED, Sound etc.)
- Durchgehende Designs möglich
- Scheiben gehen beim ersten Mal recht schwer heraus
Steelbook- Marktführer
- toller Look
- Mindestmenge recht hoch
- aufgeklebtes Spine
Japaniac: Vor allem bei euch und nicht zuletzt auch wegen des neuen Higurashi-Releases eurer Kollegen, gibt es immer wieder die Debatte zwischen Steelbook und Steelcase / FuturePak. Warum setzt ihr auf letzteres?

FutuerPak ist ein Produkt, welches sich in den letzten Jahren wirklich weiterentwickelt hat und welches dem Steelbook in unseren Augen in nichts nachsteht. Und gerade auf Messen/Cons können wir viele Skeptiker davon überzeugen, weil die Produkte dort ausliegen und man es einfach mal in die Hand nehmen kann.

Japaniac: Gibt es eigentlich ein Limit wie viele Disks in die verschiedenen Verpackungsarten dürfen?

Die gibt es mit Sicherheit, aber da kenne ich mich nicht so gut aus, als dass ich diese Frage beantworten kann. Die Lizenzgeber geben uns dort keine Restriktionen, aber es gibt einfach Verpackungslimitierungen. Im Mediabook könnte man z.B. mit einem double-overlap-tray auf beiden Seiten vier Scheiben unterbringen. Danach wird dann auch schon Schluss sein.

Ein Digipack kann man auch mit overlap-trays ausstatten. Da könnte man in einem 6-seitigen Digipack schon sechs Scheiben unterbringen. Im FuturePak gibt es noch flip-trays, die bis zu vier Scheiben alleine halten können. Verpackungstechnisch ist mittlerweile sehr viel möglich und man stößt selten an irgendwelche Grenzen.

Japaniac: Ihr müsst nach Japan ja oft alles zum Absegnen schicken, ist das vor allem bei Limited Editions nicht extrem aufwendig? Da ihr dann ja extra beispielsweise ein FuturePak vorab produzieren und nach Japan senden müsst, ohne zu wissen ob sie es so erlauben?

Das ist korrekt. Da gilt, wie bei fast allen Freigabeprozessen, eine dreistufige Freigabe. Zuerst das Konzept, dann die Artworks und zum Schluss noch das fertige Muster. Alles muss dem Lizenzgeber vorgelegt werden und bei jedem Schritt kann es zu Änderungswünschen kommen.

Es ist auch schon vorgekommen, dass wir ein Konzept freigegeben bekommen haben, welches wir auf der Grundlage eines bestimmten Art-Designs erstellt haben, um dann bei der Artwork-Freigabe mitgeteilt zu bekommen, dass wir dieses besagte Artwork für den Zweck nicht verwenden dürfen. Das ist dann schon sehr zeitraubend, da das eigentliche Konzept auch wieder über Bord geworfen werden muss.

Japaniac: Richtet sich die Verpackungsart oft auch nach deren Extras? Z.B. Amaray eben wenn ein Schuber dabei ist oder nur dünne physikalische Extras und digitale Extras dabei sind.

Die Verpackung ist bei uns oft früher dran als die Extras. Wir passen die Extras dann an die Verpackung an. Aber es gibt auch Konzepte, bei denen wir die Verpackung anpassen oder sogar eigens dafür entwickeln lassen.

Japaniac: Abschließend doch noch eine Frage zur Produktion, sofern ihr da überhaupt einen Einblick in dieser Hinsicht habt. Da Digipacks ja meist nur aus Pappe (beschichtet oder nicht) bestehen, ist das nicht die Verpackungsart der am ehesten Fehler unterlaufen können (Beschneidung, Druck, Falten)? Was ist eurer Erfahrung nach das Verpackungsmedium, bei dem es am seltensten zu Fehlern kommt?

Digipacks sind noch nicht mal so fehleranfällig, da Druckmaschinen sehr genau arbeiten. Problematisch sind da eher Schuber, da diese beklebt werden und das wirklich unsauber aussehen kann.

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Kai Eggert
Gast
Kai Eggert

Diese Pappdinger die peppermint ne zeitlang hatte sind der absolute Horror, einmal schief angeguckt, ist ne Delle drin. Ich bevorzuge die Klasische blaue Hülle sowie die Stellbook. Aber diese Pappdinger gehen mal garnicht

Denis Ahrens
Gast
Denis Ahrens

Amary mit Booklet is am günstigsten und hält am längsten bei futurepaks und steelbooks ärgert man sich über jeden minikratzer 😅