Butter in Japan

In Japan herrscht die Butternot. Supermärkte verkaufen pro Person nur noch eine gewisse Stückzahl an Butter. Das Disaster zeigt die Probleme der japanischen Gesellschaft.

Der Demografiewandel bringt Japan in Not. Immer weniger junge Japaner wollen Bauern werden. Alle ziehen es in die Stadt. Doch das Problem: Japans Geburtenraten gehen seit Jahren zurück, sodass es mehr alte als junge Japaner gibt. Derzeit merken dies die Kunden in Supermärkten anhand von leeren Butter-Regalen. Butter wird rationiert, sodass jeder Käufer nur noch ein Stück davon kaufen darf.

Japan muss etwas tun. Denn nun schaffen es die wenigen Bauern im eigenen Land nicht mehr, genug Butter für die Bevölkerung zu produzieren. Aber auch der Subventionspolitik der derzeitigen Regierung ist die Schuld zu geben. Die Bauern werden zu wenig bezuschusst. Die Folge: Bauer zu sein lohnt sich kaum.

Der derzeitige Ministerpräsident, Shinzo Abe, hat sich dieses Problems angenommen. Nicht zuletzt wegen der derzeitigen Neuwahlen, die er wieder gewinnen wollte. Er will Notimporte nutzen, um die derzeitige Butterknappheit zu bekämpfen. Das sollte das Problem vorerst lösen. Weiterhin sollen vier große Molkereien die Sahne- und Milch-Produktion zulasten der Butterproduktion reduzieren.

Experten kritisieren dabei auch die derzeitige Subventionspolitik der Regierung. Milchbauern bekommen vom Staat für jedes Kilogramm Butter 12,8 Yen (11 Cent) und 15,41 Yen (13 Cent) für ein Kilo Käse. Milch dagegen bedeutet für die Bauern deutlich mehr Geld, weshalb die meisten Bauern lieber Milch statt Käse und Butter verkaufen wollen. Hier soll Abe etwas ändern.

Außerdem ist schon seit Jahren ein Negativ-Trend zu erkennen. 1963 hatte Japan noch 417.600 Milchbetriebe, im Februar 2014 waren es nur noch 18.600 – trotz hoher staatlicher Subventionen. Wie die Politik dieses Problem langfristig lösen will, wird sich wohl erst nach der vor Kurzem von Shinzo Abe gewonnenen Wahl zeigen.

Foto: Shizuo Kambayashi/Associated Press

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QUELLEHandelsblatt
Ehemals studierte ich Japanologie und Sinologie in Frankfurt. Mittlerweile bin ich im (Online-)Marketing international aktiv und leite den Japan-Bereich der EpicCon (epiccon.de). Japaniac startete als Hobby, um meine Zuneigung zur japanischen Kultur auszuleben. Dabei werde ich von Gleichgesinnten unterstützt!
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