5 Horrorgeschichten Japans (Teil III)

Aus irgendeinem Grund liebt ihr, unsere Leser, die Horrorgeschichten aus Japan. Ich meine, klar, die Handlungen sind teilweise so schräg, dass sie wieder genial sind. Deshalb hier nun der dritte Teil unserer Reihe: 5 Horrorgeschichten Japans.

1Die Horror-Kappas

Ja, Kappas kennt sicherlich der eine oder andere aus Anime und Manga. Dort werden sie meist als süße Fabelwesen der japanischen Mythologie verkauft, die keiner Fliege was zu Leide tun. Doch das ist falsch!

Kappas sind eine Mischung aus Schildkröte, Affe und Frosch – also eine Chimäre. Dabei ist das Gesicht dem Affen, die Haut und die Gliedmaßen dem Frosch und der Rückenpanzer der Schildkröte entsprungen. Ein echter Freak also. Klingt bisher harmlos, aber der Schrecken kommt erst noch.

Kappas spielen den Menschen gerne Streiche. Zum Beispiel furzen sie gerne Personen laut und stinkend an oder lüften Frauen den Rock. Doch schlimmer sind andere Taten. Kappas entführen oft Kinder und töten liebend gerne Menschen und fressen die inneren Organe.

Kappas sind meist in Flüssen und Bächlein zu finden. Sie verstecken sich Unterwasser und warten auf die Menschen, die sich hineinwagen und ziehen sie in den Abgrund, damit die Opfer ertrinken. Das ist heutzutage vielleicht unüblich, aber im alten Japan gingen die Menschen zum Fluss als Ersatz für die Toilette, knieten sich hin und erledigten ihre Geschäfte. Das perfekte Opfer für Kappas.

Richtig krank wird es, wenn das Kappa seinen Arm in den Anus des Opfers schiebt. Mit seinen langgliedrigen Armen stößt er dann bis zur Zunge des Opfers, greift diese und zieht sie durch den Anus. Dadurch soll der Mensch komplett umgekrempelt werden, damit die inneren Organe außen sind und der Kappa fressen kann.

Heutzutage kommt die Beute natürlich nicht mehr oft an Flüssen entlang. Deshalb lauern Kappas nun in den Rohrsystemen eurer Bäder und warten darauf, dass ihr euer Geschäft erledigt, um zuzuschlagen. Wenn ihr also nach nächste Mal ein mulmiges Gefühl beim Toilettengang habt, könnte das Kappa lauern …

2Der rote Raum

Klingt etwas wie der Episodentitel bei Game of Thrones, tatsächlich passt es sogar etwas. Der rote Raum ist eine moderne, urbane Legende, die meist von Schülern verbreitet wird. Denn es handelt davon, dass ein rotes Pop-up beim Surfen im Internet auftaucht. Wenn du es wegklickst, wirst du sterben.

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Die Geschichte ist aber noch etwas detaillierter:
Es war einmal ein Junge, der von einem Klassenkameraden von der Legende des roten Raumes gehört hat. Am selben Abend ging er ins Internet und wollte mehr darüber wissen. Während seiner Recherche passierte es. Ein kleines Fenster poppte im Browser auf. Es war blutrot und enthielt die Botschaft „Magst du – ?“

Der Junge wollte es schließen, doch das Fenster erschien immer wieder. Nach einigen Versuchen änderte sich der Text im Fenster. Dort stand nun „Magst du den roten Raum?“ und eine Kinderstimme hinter ihm fragte: „Magst du den roten Raum?“. Genau in dem Augenblick wurde der Bildschirm schwarz und eine Liste mit Namen erschien. Ganz unten sah der Junge den Namen des Klassenkameraden, der ihm vor wenigen Stunden von der Legende erzählt hat. Daraufhin spürte der Junge hinter ihm eine Präsenz und wurde ohnmächtig.

Am nächsten Tag kam der Junge nicht in die Schule. Es gab Gerüchte, dass ihm was passiert sei. Einen Tag darauf stand in den Nachrichten, dass der Junge Selbstmord beging und seine Zimmerwände mit seinem Blut gestrichen hatte.

3Tominos Hölle – Tödliche Lyrik

„Tominos Hölle“ ist eine weitere urbane Legende, die sich um ein japanisches Gedicht dreht. Wer auch immer das Gedicht laut aufsagt, der wird krank, eine Tragödie geschieht oder die Person stirbt sogar daraufhin. Das ganze klingt etwas nach der Folklore „Bloody Mary“ in der westlichen Gesellschaft, weicht davon jedoch ab. Wir haben hier das Originalgedicht für euch. Bitte beachtet, dass wir keine Verantwortung dafür übernehmen, falls euch etwas passiert. Lest es am besten in Stille:

Tomino no Jigoku
ane wa chi wo haku, imoto wa hihaku,
kawaii tomino wa tama wo haku
hitori jigoku ni ochiyuku tomino,
jigoku kurayami hana mo naki.

muchi de tataku wa tomino no ane ka,
muchi no shuso ga ki ni kakaru.
tatake yatataki yare tatakazu totemo,
mugen jigoku wa hitotsu michi.

kurai jigoku e anai wo tanomu,
kane no hitsu ni, uguisu ni.
kawa no fukuro ni yaikura hodoireyo,
mugen jigoku no tabishitaku.

haru ga kitesoru hayashi ni tani ni,
kurai jigoku tanina namagari.
kagoni yauguisu, kuruma ni yahitsuji,
kawaii tomino no me niya namida.

nakeyo, uguisu, hayashi no ame ni
imouto koishi to koe ga giri.
nakeba kodama ga jigoku ni hibiki,
kitsunebotan no hana ga saku.

jigoku nanayama nanatani meguru,
kawaii tomino no hitoritabi.
jigoku gozaraba mote kite tamore,
hari no oyama no tomebari wo.

akai tomehari date niwa sasanu,
kawaii tomino no mejirushi ni.

Es wird gesagt, dass eine Person mal das Gedicht während eines Auftritts beim Radiosender aufgesagt hat. Dabei wurde ihm nach einigen Zeilen schlecht und er wurde ohnmächtig. Zwei Tage später wurde er verletzt und musste mit 7 Stichen genäht werden. Ob das an Tomino liegt?

4No Face (Nopperabou)

Dies ist eine wirklich beliebte Geschichte, auch außerhalb Japans. In einigen Filmen und Serien wie z. B. Doctor Who wurde dieses Element übernommen und gefeiert. No Face oder im Original Nopperabou handelt von Kreaturen, die kein Gesicht haben, jedoch die Illusion erwecken können, ganz normal auszusehen.

So können sich die No Faces in die Gesellschaft eingliedern und sich den Menschen nähern. Zwar haben No Faces einen Kopf, doch fehlen Augen, Nase, Mund und Ohren. Dafür haben sie eine glatte Haut im Gesicht. No Faces erscheinen meist in dunkeln abgelegenen Gassen. Sie reden normal mit einem Passanten und im richtigen Augenblick lassen sie die Illusion fallen und der Passant erschreckt sich vor dem gesichtslosen Wesen.

Ehrlich gesagt passiert auch nicht mehr. Nopperabou sind harmlose Wesen, die nur gerne Menschen das Fürchten lehren. Sie sind also hobbylose Mistviecher, die sich am Leid anderer laben. Ich hasse No Faces …

5Kashima Reiko

Nun zu einer richtigen Horror-Story! Kashima Reiko erzählt die Geschichte einer Frau, die in Toiletten spukt. Japaner lieben ja solche Toilettengeschichten, wie man in Teil I+II sieht. Dennoch müssen wir euch warnen. Es wird gesagt, wer diese Geschichte erfährt, den sucht Kashima Reiko heim! Also vorher gut überlegen …

Kashima Reiko ist der Geist einer jungen Frau, die in Hokkaido, Japan gelebt hat. Eines Nachts wurde sie von mehreren Männern attackiert. Sie vergewaltigten und schlugen sie so schlimm, dass sie nicht mehr laufen konnte. Danach sind die Männer einfach verschwunden und ließen sie zurück.

Sie schrie nach Hilfe, doch niemand antwortete ihr. Also kroch sie so weit sie konnte. Als sie bei einem Bahnübergang ankam, geriet sie in Ohnmacht, mitten auf den Gleisen. Die Bahn kam, schlitzte sie an der Hüfte in zwei und sie starb.

Seitdem sucht die rachsüchtige Seele der jungen Frau nach ihren Beinen. Dabei taucht sie jedoch nur in Toiletten – meist öffentlichen – auf. Wenn ihr das Bad betretet, fragt sie euch, wo ihre Beine sind. Antwortet ihr falsch, tötet sie euch.

Die richtige Antwort auf die Frage ist „Auf der Meishin-Expresslinie“.

Daraufhin wird sie fragen: „Wer hat dir das erzählt?“ Darauf ihr „Kashima Reiko war das.“

Manchmal fragt sie eine Trickfrage: „Wie lautet mein Name?“ Dabei dürft ihr jedoch nicht „Kashima“ sagen, denn sonst tötet sie euch. Richtig ist „Maske Tod Dämon“, denn Kashima steht für die japanischen Worte „Kamen“ (Maske), „Shinin“ (Toter) und Ma (Dämon). Kashima Reiko taucht dann innerhalb eines Monats auf, nachdem man diese Geschichte gehört hat. War schön euch als Leser gehabt zu haben. ( ._.)

Weitere Geschichten:

5 Horrorgeschichten Japans 三( ゚Д゚) (Teil I)
5 Horrorgeschichten Japans (Teil II)

Ehemals studierte ich Japanologie und Sinologie in Frankfurt. Mittlerweile bin ich im (Online-)Marketing international aktiv und leite den Japan-Bereich der EpicCon (epiccon.de). Japaniac startete als Hobby, um meine Zuneigung zur japanischen Kultur auszuleben. Dabei werde ich von Gleichgesinnten unterstützt!
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