Jedes Land hat sie. Diese Mythen und Legenden, die einfach jeder kennt. Auch in Japan sind manche Straßenmythen so populär, dass sie es bis nach Europa schaffen. Wir haben euch mal einen kleinen Ausschnitt dieser mitgebracht. Aber Achtung! Sie könnten Alpträume verursachen …

1Nure-Onna

An einem lauen Sommertag besucht ein junger Mann einen Strand in Japan und wird von einer wunderschönen Frau angesprochen. Sie fragt, ob dieser ihr Baby halten könnte. Der Mann konnte das Baby nicht richtig sehen, da es von einem Tuch verdeckt war. Aber nett wie der Mann war, tat er der Frau den Gefallen. Als er das Kind in den Arm nahm, wurde es auf einmal schwerer. Irritiert schaut der Mann erst zum Kind in seinen Armen und dann zur Frau.

Doch diese verwandelt sich plötzlich und wird immer länger. Schuppen wachsen aus ihrer Haut und ihre Zähne werden immer länger. Sie sieht aus wie eine riesige Schlange mit einem Menschenkopf. Ohne reagieren zu können schlängelt sich die Frau um den Mann und drückt immer fester zu. Der Mann bekommt keine Luft mehr und stirbt letztendlich. Das vermeintliche Baby gab es nie.

Nure-Onna (nasse Frau) oder Iso-Onna (Küstenfrau) ist ein Wesen halb Schlange halb Mensch. Sie bittet an Stränden Männer, ihr angebliches Kind zu halten. Doch das Kind ist in Wirklichkeit ein Haufen verzauberter Steine in einem Tuch, die immer schwerer werden, wenn sie von jemand anderem als der Nure-Onna gehalten werden. So irritiert sie ihr Opfer und kann zuschlagen.

In manchen Erzählungen hat sie einen Partner, der im Wasser lauert und den letzten Hieb ausführt.

2Yuki-Onna

Es ist Winter. Ein Wanderer läuft einen Bergpfad entlang und der Schnee lässt die Fußstapfen zurück. Auf einmal sieht der Wanderer eine junge Frau in der Ferne. Gezielt geht er zu ihr hinüber. Mit jedem Schritt wirkt die Frau größer. Jetzt bemerkt der Wanderer, dass sie einen weißen Kimono anhat und ihr Haar schneeweiß ist.

Ihre Haut ist so hell, dass sie sich der Schneelandschaft anpasst. Als er nah genug ist, wirkt die Frau riesig. Über 3 Meter misst die junge und schöne Frau. Ihr Gesicht ziert ein breites Lächeln und sie hebt ihre Arme, als wären sie Flügel. Durch den Anblick abgelenkt, merkt der Wanderer nicht, dass ein Schneesturm angefangen hat. Die Frau lockt ihn immer weiter in die Landschaft hinein, bis dieser erfriert.

Yuki-Onna (Schneefrau) ist ein Wesen, das man nicht einschätzen kann. Mal warnt sie Wanderer vor aufkommenden Schneestürmen, an anderen Tagen lockt sie diese erst hinein, damit sie erfrieren. Wenn ein Kind nachts von ihr gefunden wird, warnt sie diese, dass es gefährlich ist, nachts draußen zu spielen. Hört das Kind nicht auf sie, wird sie wütend und entführt das Kind.

3Toire no Hanako-san

Japan hat viele Toiletten-Geschichten. Eine davon handelt von Hanako-san. Diese hat verschiedene Versionen. Die Version der Präfektur Tochigi geht etwa so:

In Grundschulen soll in der dritten Etage in der dritten Kabine ein Mädchen namens Hanako hausen. Wenn du an die Tür klopfst und „Hanako-san asobimasho“ (「花子さん遊びましょ」, dt. „Hanako, lass uns spielen“) sagst, antwortet diese mit „Hai“ (「はーい」, dt. „Jaa“) und erscheint.

In Utsunomiya muss man dreimal klopfen, dreimal Hanako-san rufen und ein Stück Toilettenpapier in die Toilette werfen und spülen. Dann soll eine blutige Hand aus der Toilette erscheinen.

Auch für Jungs gibt es die Chance, das ganze auszuprobieren. In Yokohama wird Hanako durch Yosuke ersetzt. Dieser ruft einem aus der Toilette zu und wenn man nicht innerhalb von 3 Sekunden flieht, frisst einen der Geisterjunge.

4Kokkuri-san

Kennst du das Ouija-Brett? Es wird auch Hexenbrett genannt und hat das Alphabet und die Wörter Ja/Nein aufgedruckt. In Japan gab es das schon vor ca. 150 Jahren! Die bei uns bekannte Version dagegen erst seit etwa 125 Jahren In Japan heißt es aber Kokkuri-san. Auf einem Blatt Papier wir das Hiragana-Alphabet geschrieben und oben links und rechts jeweils Ja und Nein auf Japanisch. Damals wurden drei Stücken Bambus zum Dreieck verbunden und die Teilnehmer haben eine Hand auf dieses Bambusstück getan. Die Geister haben dann Besitz vom Bambus ergriffen und Nachrichten an Lebende übermittelt. Heutzutage kann man auch eine Münze nehmen. Das ist auch in Japan heute üblich. Aber Vorsicht: Wenn du böse Geister erwischst, ist dein Leben in Gefahr!

5Jinmenken

Ein Hund mit Menschengesicht. Kannst du dir das vorstellen? In Japan ist das Teil der Gruselkultur. Die menschenköpfigen Hunde heißen dort Jinmenken (Hund mit Menschenkopf) und sind relativ harmlos. Sie wandern laut Zeugen in verlassenen Gassen herum und werden nur ab und zu von Passanten gestört. Sollte dies passieren, dann schreit der Jinmenken den Menschen an, er solle ihn alleine lassen. Richtig gehört, das Hundemonster kann auch noch sprechen! Aber man sollte auf ihn hören, denn die Sichtung eines Jinmenken soll depressiv machen oder gar Unglück bringen. Also kein treuer Begleiter für den Alltag.

Jinmenken sind sehr scheu und sind lieber für sich. Bereits seit 400 Jahren gibt es Sichtungen der unheimlichen Wesen, aber Fotos gibt es natürlich keine.

Weitere Geschichten:

5 Horrorgeschichten Japans 三( ゚Д゚) (Teil I)
5 Horrorgeschichten Japans (Teil III)

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Myunfa Leerin
Gast
Myunfa Leerin

Hallo Sebastian 🙂
Habe Japaniac erst vor kurzem entdeckt und bin jetzt schon begeistert!
Mich fasziniert Japan ebenso sehr 😀

Ich wollte zur Yuki Onna nur noch sagen, dass ich sie eigentlich nur mit langen schwarzen Haaren kenne…
Ebenso wird sie manchmal ohne Füße dargestellt und/oder mit einem Kind im Arm.

Trotzdem danke für diese tolle Seite und mach weiter so!