5 geheime YAKUZA-Praktiken, die du vielleicht nicht kanntest

1Sokaiya

Yakuza sind in viele Geschäfte Japans verstrickt. Dies liegt auch an Sokaiya, der Bestechungsmasche. Dabei kaufen die Yakuza Anteile an Unternehmen, damit sie bei der Aktionärsversammlung teilnehmen können. Sobald das geschafft ist, analysieren sie die Führungsriege der Firma, um Leichen im Keller zu finden, die als Erpressungsmaterial dienen.

Den Japanern ist ihr Stolz und die Wahrung des Gesichts in der Öffentlichkeit sehr wichtig. Das nutzen die Yakuza aus und drohen damit, bei der nächsten Versammlung die Skandal-Informationen zu veröffentlichen und so dafür zu sorgen, dass der Chef sein Gesicht verliert. Dieser kann es nur verhindern, wenn er den Geldforderungen der Yakuza zustimmt.

Da normale Geldtransfers leicht zu enttarnen sind, nutzen die Yakuza andere Wege, um an das Geld zu kommen. Zum Beispiel zwingen sie die Betroffenen, Tickets oder Waren zu einem viel zu überhöhten Preis zu kaufen, um so das Bestechungsgeld zu vertuschen. So muss sich auch das Opfer nicht wegen ominöser Geldzahlungen rechtfertigen. Einfach nett …

2Yubitsume

Yubitsume ist eine erschreckende Praktik. Diese dient als Strafe für Yakuza-Mitglieder, die entgegen Befehlen agiert haben oder z. B. Spielsüchtige, die Schulden nicht zurückzahlen können. Hierbei muss sich der Bestrafte eine Fingerkuppe abschneiden, um auf ewig daran erinnert zu werden, gehorsam zu sein. Das Opfer legt erst ein weißes Tuch auf den Tisch, bindet sich die Kuppe mit einer Schnur ab und schneidet diese dann mit einem rasiermesserscharfen Messer ab. Anschließend packt er es in das weiße Tuch ein und überreicht es seinem Chef. Nimmt dieser die Fingerkuppe an, gilt der Ungehorsam als vergessen.

Meist ist zuerst die Kuppe des linken kleinen Fingers dran und wird dann Richtung Daumen fortgeführt, falls so viele Strafen nötig sind. Bandenmitglieder können diese Strafen natürlich in der Öffentlichkeit nicht verstecken, weshalb ein Outing fast unumgänglich ist.

Aufgrund dieser Praktik fehlen einem Großteil der Yakuza mindestens eine Fingerkuppe, da Fehler schnell passieren können. Heutzutage nutzen Bestrafte eine Prothese, um diesen Makel zu verdecken. Vor allem bei einem Ausstieg aus der Mafia-Welt ist diese fast unumgänglich, um nicht unter den Vorurteilen der Gesellschaft zu leiden.

3Das Zurückklagen

Die Yakuza werden des Öfteren angezeigt und anschließend angeklagt. Doch aufgrund dieser Erfahrung kennen sich die Syndikate sehr gut im japanischen Rechtssystem aus. Deshalb gibt es ab und zu Klagen der Yakuza, die sich gegen Personen, Firmen und Behören richten.

Zum Beispiel wurde Anfang 2013 das Kudo-kai-Syndikat vom Polizeivollzugsdienst als „gefährlich“ eingestuft, weil sie mit Granaten andere Gangs bekämpft haben. Die Kudo-kai fühlten sich jedoch durch die Einstufung benachteiligt, da die anderen Banden auch Angriffe gestartet hatten, jedoch keine von ihnen diese Einstufung erhielt. Dies verstößt nähmlich gegen die japanische Verfassung.

Die Yakuza wissen sich also rechtlich durchaus zu verteidigen. Wohl auch deshalb überlegen es sich manche Behörden, eine Anzeige gegen Banden zu starten. Ziemlich clever!

4Gangster-Tattoos

In Japan gelten Tattoos auch heute noch als Tabu. Grund dafür ist die Stigmatisierung der Yakuza mit ihren Ganzkörper-Tattoos. Japaner verbinden Tattoos oft einfach mit Mafia und verbieten deshalb oftmals den Zutritt von Tattoo-Trägern in Onsen, Badehäusern etc.

Die Yakuza sind oftmals mit Ganzkörper-Tätowierung zu sehen, die sie im Laufe ihres Lebens zusammengestellt haben. Dabei ist dies ein Beweis für den Mut der Bandenmitglieder, da sie all den Schmerz der Nadeln durchgestanden haben. Jedoch tragen immer mehr zivile Japaner Tattoos, da die Akzeptanz aus dem Westen überschwappt. Vor allem junge Japaner sind oft mit Motiven wie Drachen, Bergen, Kois und Oni-Masken zu sehen.

Die Akzeptanz ist also in den letzten Dekaden gestiegen, jedoch nicht komplett.

5Yakuza Knastperlen

Natürlich passiert es recht oft, dass Yakuza-Mitglieder ins Gefängnis kommen. Dabei ranken verschiedene Mythen um das „Knastleben“ der Mafiosi. Doch ein Ritual scheint sicher zu sein: Die Knastperlen. Für jedes im Gefängnis verbrachte Jahr implantieren sich Mitglieder eine Perle (meist echt, selten auch aus Stahl) unter die Haut vom Penisschaft (s. Bild).

Diese Methode ist auch als „Yakuza Beading“ bekannt und wird weltweit von manchen Soldaten, Schiffahrern etc. genutzt. Für Privatpersonen dient dieses Beading eher, um der Frau ein stärkeres Vergnügen beim Sex zu bescheren. Bei den Yakuza jedoch ist dies ein Zeichen für die Treue zum Klan, da man für ihn ins Gefängnis ging.

Ehemals studierte ich Japanologie und Sinologie in Frankfurt. Mittlerweile bin ich im (Online-)Marketing international aktiv und leite den Japan-Bereich der EpicCon (epiccon.de). Japaniac startete als Hobby, um meine Zuneigung zur japanischen Kultur auszuleben. Dabei werde ich von Gleichgesinnten unterstützt!

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SoranoOtosho
Gast
SoranoOtosho

Bitte mehr davon, falls es noch etwas darüber geben sollte mit hoher Warscheinlichkeit aber schon. Danke 😀