Nicht nur eisige Wintertage sind die Ursache für eine verschnupfte Nase oder einen schmerzenden Hals. Wir haben uns informiert und typisch japanische Hausmittel zur Bekämpfung einer Erkältung zusammengetragen.

Wir können euch natürlich keine sofortige Heilung oder eine hunderprozentige Wirksamkeit versprechen, aber vielleicht hilft euch der ein oder andere Tipp der japanischen Großmütter, effektiv gegen Erkältungen anzukämpfen und künftig fit zu bleiben.

1. Shoga-yu (Ingwer-Tee)

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Dieser Tee ist nicht nur in Japan für seine heilende Wirkung bekannt. Schon eine Tasse am Tag von dem Wundermittel, kann dazu beitragen schneller zu genesen.

Aber wie funktionert das? Ganz einfach: Ingwer strotzt nur so vor gesunden Bestandteilen – die Liste seiner heilsamen Wirkungen ist demnach lang. Um euch eine Auswahl zu geben: Ingwer lindert Schmerzen, wirkt entzündungshemmend, beugt Übelkeit vor und soll sogar verdauungsfördernd sein. Kombiniert mit gesundem Honig und frischem Zitronensaft, führt man seinem Immunsystem ein paar gute Wirkstoffe zu.

Zubereitung

Als allererstes schält man ein beliebig großes Stück einer Ingwerwurzel. Als Richtlinie kann eine Menge von ca. 2 TL verwendet werden. Diese schneidet man in kleine Würfel. Je mehr Ingwer verwendet wird, desto schärfer wird der Tee. Anschließend wird der gewürfelte Ingwer mit dem Saft einer halben Zitrone und mit einer beliebigen Menge an Honig in eine große Tasse oder in ein hohes Glas gegeben und das Ganze wird mit heißem Wasser aufgegossen. Nun heißt es: Schön vorsichtig umrühren, 5-7 Minuten ziehen lassen und fertig!

2. Negi-miso-yu

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Die allseits bekannte Misosuppe steckt voller Mineralien, Vitamine und Proteine und könnte vom Stellenwert her mit der guten alten Hühnersuppe verglichen werden, die man in Deutschland üblicherweise bei einer Erkältung verzehrt.

Zubereitung

Für eine einfache Suppe braucht ihr ungefähr 1 EL Frühlingszwiebeln und 2 TL Misosuppe. Diese gebt ihr in eine Schale und gießt anschließend heißes Wasser drauf.

3. Umeboshi

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„Umeboshi“, übersetzt „eingelegte Pflaume“ ist eine japanische Aprikosenart. Diese wird getrocknet in Meersalz eingelegt. Umeboshis schmecken sowohl ziemlich salzig als auch sauer und gelten daher nicht unbedingt als Delikatesse. Aber wie bei so manch anderer Medizin gleichen Umeboshis ihren Geschmack mit vielen gesundheitlichen Vorteilen aus: Glaubt man den Japanern, helfen sie gegen Kopfschmerzen, Kater, Müdigkeit und interessanterweise auch bei Übersäuerung des Körpers. Umeboshis könnt ihr mit etwas Glück in einem nahe gelegenen Asiamarkt, Reformhaus oder Bioladen finden.

Zubereitung

Bei einer Erkältung könnt ihr 1-3 Umeboshis in eine Schale mit heißem Wasser geben, nachdem sie auf niedriger Hitze erwärmt wurden. Dadurch soll das Schwitzen angekurbelt werden, was bei Fieber wiederum dafür sorgt, dass sich die erhöhte Körpertemperatur schneller normalisiert.

4. Gegrillte Frühlingszwiebeln

© 1997-2018 Excite Japan Co., Ltd.

Frühlingszwiebeln sollen eine hemmende Wirkung gegen Entzündungen, Halsschmerzen und bei verstopfter Nase haben.

Zubereitung

Für die Zubereitung wird der weiße Teil der Zwiebeln verwendet, der in großen Teilen von den grünen Spitzen und den Wurzeln abgeschnitten wird. Diese Stücke werden anschließend auf niedriger Stufe angebraten und danach mit einem Küchentuch o.ä. leicht ausgepresst. Die vom Öl oder Fett befreiten Frühlingszwiebeln können nun direkt verzehrt werden.

5. Hachimitsu Daikon

©2018 春夏秋冬

Hachimitsu Daikon, also in Honig eingelegter Rettich, soll besonders effektiv bei Husten und Halsschmerzen helfen, da Rettich reich an Vitamin C ist und schleimlösend wirkt.

Zubereitung

Für den Hustensirup müsst ihr als erstes den Rettich schälen und in Würfeln schneiden. Die Würfel gebt ihr danach in ein Glas oder eine Schüssel und füllt diese mit Honig, sodass er ungefähr den gewürfelten Rettich bedeckt. Nun muss der Rettich bei Raumtemperatur für ca. 3h abgedeckt stehen gelassen werden. In dieser Zeit vermischt sich der natürliche Rettichsaft mit dem Honig.

Den Sirup (ohne den Rettich) könnt ihr 2-3x täglich einnehmen, zum Beispiel in dem ihr einen Löffel vom Sirup in euren Tee gebt. Der Sirup ist bis zu einer Woche haltbar, solange er im Kühlschrank aufbewahrt wird.

6. Lotuswurzeln

©白ごはん.com.

Lotuswurzeln werden im asiatischen Raum schon seit langem nicht nur als reines Nahrungsmittel, sondern auch als Heilmittel betrachtet. Traditionell werden sie für Erkrankungen der Atemwege (wie Husten oder Asthma) genutzt.

Zubereitung

Ihr benötigt 20g getrocknete Lotuswurzel oder 60 – 80g frische beziehungsweise gefrorene Wurzel. Die getrocknete oder gefrorene Lotuswurzel wird in einen Liter Wasser gegeben und kurz aufgekocht. Das Gemisch muss ca. 20 Minuten bei schwacher Hitze köcheln.

Ihr könnt ihn aber auch ganz einfach anhand eines Teeaufgusses trinken.

7. Grüner Tee

© 2014 THE MATCHA HOUSE EUROPE

Der grüne Tee ist bereits für seine antibakterielle und antivirale Wirkung bekannt. Auch hier haben wir einen etwas anderen Tipp für euch.

Zubereitung

Ihr braucht einen Beutel grünen Tee, den ihr mit heißem Wasser übergießen und ziehen lasst.

Wichtig: Normalerweise darf grüner Tee maximal 3 Minuten ziehen, für diesen Tipp müsst ihr den Teebeutel aber bewusst mindestens doppelt so lang im Wasser lassen.

Am Ende habt ihr dann einen starken grünen Tee, den ihr vor Gebrauch noch abkühlen lasst. Ein Glück, dass das Ganze nicht getrunken werden muss! Ihr müsst den starken Tee nämlich für ca. 30 Sekunden gurgeln.

8. Tamagozake

© どうする?こんなとき

Auch Sake wird in Japan gern als Hilfsmittel gegen eine fiese Erkältung eingesetzt. Dieser Tipp soll besonders bei Schüttelfrost hilfreich sein.

Zubereitung

Ihr müsst ca. 150ml Sake erhitzen und 1 EL Honig dazu geben. Diese Mischung wird solange erhitzt, bis sie eine dickflüssige Konsistenz erreicht. Nun muss das Ganze auf eine angenehm warme Temperatur abkühlen, bevor ihr es trinken könnt.

Wenn ihr weniger Alkohol benutzen wollt, könnt ihr auch Milch verwenden. Traditionell wird außerdem fast immer ein Ei in diese Mischung gegeben – daher rührt auch der Name („Tamago“ – Ei).

In dem Video könnt ihr euch eine simple Anleitung für die Zubereitung ansehen:

9. Yutanpo

© Japan Info, Inc. 2015-

Japanische Wohnungen werden nach wie vor kaum beheizt, daher hat sich bereits im 15. Jahrhundert die „Yutanpo“- Tradition entwickelt. Damals wurde ein Wasserbehälter aus Keramik oder Metall in ein Tuch gewickelt, nachdem man heißes Wasser hineingefüllt hatte. Heutzutage gibt es Wasserflaschen dieser Art in allen Formen und Farben, die man sich wie in der Vergangenheit unter die Bettdecke legen kann, um gut gewärmt einzuschlafen.

Diese Methode hilft natürlich auch bestens, wenn man während einer Erkältung das Gefühl hat, dass selbst drei Decken nicht warm genug sind. Auch hierzulande ist die Wärmflasche nicht unbekannt – aber habt ihr sie auch schon einmal für eure kalten Füße genutzt?

10. Okayu お粥 & Zosui 雑炊

© Gurunavi, Inc. / © 魚料理と簡単レシピ

Diese Klassiker werden in der japanischen Küche sehr häufig zubereitet, wenn man gesundheitlich angeschlagen ist. Auf den ersten Blick scheinen sich Okayu und Zosui zu ähneln, jedoch gibt es durchaus kleine und feine Unterschiede:

1. Okayu お粥

Okayu ist eine Art Reis-Porridge. Meist wird es sehr schlicht zubereitet, weshalb es besonders bekömmlich ist, wenn man mit Magen-Darm-Problemen zu kämpfen hat.

Zubereitung

Für die einfachste Zubereitung braucht ihr ungekochten Reis, Wasser und je nach Vorliebe noch Umeboshis oder etwas Salz. Hierfür müsst ihr eine beliebige Menge an Reis im Wasser 2-3 Mal durchspülen. (Bei normalem Reis ist das nicht unbedingt nötig, da er im Gegensatz zu den japanischen Reissorten nicht schnell zusammenklebt.)

Als nächstes müsst ihr den Reis zusammen mit mindestens der doppelten Menge an Wasser in einen Topf geben. Nun lasst ihr den Reis für 30-60 Min. vor sich hin köcheln. Wenn der Reis eine breiige Konsistenz hat und das Wasser schon fast aufgenommen wurde, ist er fertig. Wenn das Wasser schon fast aufgenommen wurde und der Reis noch zu körnig wirkt, könnt ihr nach Gefühl ein bisschen mehr Wasser hinzugeben.

Anschließend den Herd abdrehen und das Okayu noch für ca. 10 Minuten abkühlen lassen. Nach dem Abkühlen könnt ihr ihn noch mit Salz würzen und in eine Schüssel geben.

Toppings sollten nur dazu gegeben werden, wenn ihr sie vertragt.

2. Zosui 雑炊

Zosui kann man sich als eine nährstoffreiche Reissuppe vorstellen, die mit Miso, Gemüse, Meeresfrüchten oder Fleisch verfeinert wird. Ein weiterer Unterschied zu Okayu besteht darin, dass für Zosui oft bereits gekochter Reis verwendet wird, der beispielsweise von anderen Gerichten übrig geblieben ist.

Der im Japan beliebte Youtube-Channel „Cooking with Dog“ zeigt euch in dem Video eine einfache Anleitung dafür wie ihr in kurzer Zeit eine eigene, heilende Reissuppe zubereiten könnt.

Da ihr jetzt für die nächste Erkältung gewappnet seid: Viel Spaß beim Ausprobieren dieser Tipps!

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Adelina Sulejmani-Jimenez
Gast
Adelina Sulejmani-Jimenez

Ana

Corinna Schuba
Gast
Corinna Schuba

Caro Schuba 😁